Friedenswallfahrt
Borberg 1998 - Pressespiegel
Pax Christi gedachte
am letzten Sonntag des Versöhnungswerks Abbé Stocks
Gäste aus Frankreich auf
dem "Friedensberg"
Brilon/Erzbistum. Etwa 700 Menschen, darunter
viele junge Familien mit ihren Kindern, ferierten letzten Sonntag mit Begeisterung
ein großes Begegnungsfest auf dem Borberg, dem Friedensberg des Sauerlandes.
Anlaß war der 50. Todestag des Gefangenenseelsorgers Frans Stock,
für den der Briloner Heimatbund mit Wolfgang Nickolay an der Spitze
aktuell einen Gedenkstein auf dem Borberg errichtet hatte, den Päpstl.
Ehrenprälat Manfred Grothe (Paderborn) an diesem Tag segnete. Von
Sternwallfahrern, die Pax-Christi-Sprecher Dr. Wolfgang Regeniter schon
frühmorgens in Hillbringsen empfing, wurde das in ganz Europa berühmte
und schwere Aachener Friedenskreuz hinauf auf zur Borbergkapelle getragen,
ein Kreuz mit Ausstrahlung, an dem schon in Auschwitz, Rom, Lourdes, Fatima,
Basel und Brüssel für Frieden und Völkerverständigung
gebetet worden ist.
Initiatoren waren außer Pax Christi auch
das Franz-Stock-Komitee Arnsberg und das Kath. Bildungswerk Hochsauerland-Waldeck.
Prälat Manfred Grothe, der alle Pilger auf dem Friedensberg herzlich
begrüßte, konzelebrierte in Vertretung unseres Erzbischofs die
Eucharistiefeier mit Pfr. M. Froehlich, Geistl. Beirat von Pax Christi
aus Heidelberg, Dechant Franz Schnütgen (Arnsberg), Pfarrer Jos. Pohlmeyer
(Sundern), Geistl. Rat Edgar Pauli (Olsberg) und Pastor Heinrich Oest,
Neheim. "Wir brauchen Schulen des Friedens, und sie sind im Enstehen. Weggemeinschaften
sind erforderlich, dazu geschulte Sinne. Und die Bereitschaft, Gottes Spuren
in denen zu erkennen, die uns entgegenkommen", so Pfr. Froehlich. Es gehe
darum, die Fremdheit des anderen auszuhalten. Friedensarbeit sei Freudschaft,
aber nicht im Sinne von Kumpanei, sondern eine "Freundschaft des Dienstes".
Er erinnerte an Franz Stock, der durch seinen Freundesdienst an den zum
Tode verurteilten französischen Widerstandskämpfern dem allgemeinen
Haß trotzte und feste Bausteine setzte für eine Aussöhnung
zwischen Deutschen und Franzosen nach dem Krieg. Aus Frankreich waren u.a.
Jean Mercier, Franz-Stock-Komitee, Chrtres, und Stefan Gignad zum Borberg
gekommen; darüber war große Freude bei allen.
Zum Rahmenprogramm gehörten eine Antiminenkampagne
- zum Begriff geworden auch durch die Initiativen von Prinzessin Diana
und hier betreut durch Auguste Reuther aus Neheim -, und das Pflanzen einer
Friedenslinde.
derdom - Nr. 35 - 30. August 1998 - Dreismeier
Franz-Stock-Gedenken auf dem Borberg:
Prälat Grothe segnet Gedenkstein
-
Pax Christi kämpft gegen
Minen
Brilon/Erzbistum. In Erinnerung an das
Versöhnungswerk von Abbé Franz Stock, der vor 50 Jahren verstarb,
veranstalteten die Int. Kath. Vriedensbewegung Pax Christi, das Abbé-Stock-Komitee
und das Kath. Bildungswerk Hochsauerland-Waldeck einen großen Begegnungs-
und Friedenstag auf dem Borberg (siehe Nr. 35).
In dessen Verlauf segnete Prälat Manfred Grothe aus Paderborn einen
vom Briloner Heimatbund in Auftrag gegebenen Franz-Stock-Gedenkstein mit
einer von Boris Sprenger gestalteten Bronzetafel. Stadtheimatpfleger Wolfgang
Nickolay ist über den Standort dieses Denkmals sehr glücklich.
Es steht auf dem sog. Borberg-Kirchhof, und zwar in der karolingischen
Apsis der vor Jahren dort ausgegrabenen nahezu 1000 Jahre alten Klostermauern,
in unmittelbarer Nähe der Borberg-Kapelle.
Die Pax-Christi-Friedensbewegung gab dem Begegnungsfest
auf dem Borberg viel Aktualität. So betreute Auguste Reuther aus Neheim
dort die Antiminenaktion. Dabei wies sie besonderns auf das Leiden der
Menschen in Angola und Bosnien hin. Angola habe zehn Millionen Einwohner,
im angolanischen Boden lägen aber rund 15 Millionen Minen. Das Extremste
höre man aus Bosnien, wo pro Einwohner etwa zwei Minen in der Erde
lägen. Es sei doch paradox, so ein Pax-Christi-Mitglied, daß
man Geld dafür aufbringe, dieses heimtückische Teufelszeug in
die Erde zu legen, aber keine Finanzen lockermache, die Minen wieder zu
entfernen.
Interessant war auch, auf dem Borberg neue, bislang
unbekannte Zeitzeugen Abbé Stocks zu entdecken. So war aus Kempten
im Allgäu Annerose Schrott zum Borberg gereist. Sie hatte im Frühjahr
in einer Zeitung einen Artikel über Franz Sock gelesen und sich sofort
an das dort erwähnte Franz-Stock-Komitee gewandt. Annerose Schrott
hatte von 1941 bis 1944 als Sekretärin in Paris gelebt und an jedem
Sonntag ab 14.30 Uhr an den Nachmittagstreffen der deutschen katholischen
Gemeinde teilgenommen. Über 100 Mal ist sie Franz Stock dort begegnet.
Er sei ein außergewöhnlich einfühlsamer und verständnisvoller
Seelsorger gewesen. Die Zeitzeugin zum DOM: "Wer damals persönlichen
Kontakt zu ihm hatte, der wußte, wie sehr er unter der Situation
litt. Angesichts der vielen bevorstehenden Eerschießungen mußte
er sich manchmal zwingen, fröhlich zu sein. Diese Erschießungen
haben ihn sehr mitgenommen. Er wirkte depressiv."
derdom - Nr. 36 - 6. September 1998
- Dreismeier
Gruppe "EXODUS" aus Sundern spielte
auf dem Friedensberg des Sauerlandes
Brilon/Sundern. Während des großen Festgottesdienstes
beim Friedenstreffen mit Pax Christi auf dem Borberg bei Brilon (wir berichteten
in Ausgaben 35 und 36)
spielte die Gruppe
"EXODUS" aus Sundern neben der Borbergkapelle. Die etwa 700 Besucher
des Begegnungsfestes, das im Zeichen des 50. Todestages des Gefangenenpriesters
Franz Stock und der deutsch-französischen Freundschaft und Aussöhnung
stand, freuten sich über den Einsatz der jungen Leute, die trotz zugiger,
kühler Witterung durchhielten und der hl. Messe mit ihren Liedern
einen sehr schönen Rahmen gaben.
(Unser Bild rechts) zeigt den Madfelder Künstler Boris Sprenger
mit dem Modell der Bronzetafel zur Ehren des Gefangenenpriesters Franz
Stock. Die Gedenktafel wurde durch Prälat M. Grothe auf dem Borberg
gesegnet.
derdom - Nr. 37 - 13. September 1998
- Dreismeier
(Vielleicht gibt auch noch irgendwann die Bilder dazu......)
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